Faszination Botanik - Kurse
Dipl. Biologe Wolfgang Decrusch
Faszination Botanik
Impressum
Faszination Botanik - Kurse zum Pflanzenreich

Die Reihe "Faszination Botanik – Kurse zum Pflanzenreich" will Einblicke in interessante Teilgebiete der Botanik bieten. Dabei handelt es sich nicht um Bestimmungskurse oder Veranstaltungen zur Systematik, diese werden in gesonderten Kursreihen behandelt. Hier sind Themen zur Ökologie und Biologie der Pflanzen angesiedelt. Historische, literarische und künstlerische Bezüge sind ebenso Bestandteil wie Fotografie oder Bildbearbeitung.

Bisherige Kursthemen:

  • Goethe und die Metamorphose der Pflanze
  • Das Werk von Karl Blossfeldt - Kunstformen der Natur
  • Blütenbiologie - Bestäubung bei Pflanzen
  • Ausbreitungsbiologie der Pflanzen
  • Fruchtmorphologie
  • Fortpflanzungsbiologie der Moose
  • Biologie der Moose, Flechten und Pilze
  • Biologie der Gymnospermen
  • Botanik mit der digitalen Kamera
  • Neobiota - Gebietsfremde Pflanzen und Tiere
  • Pflanzengallen
  • Wunderwelt der Schleimpilze

Veranstaltungsort

Botanischer Garten Ulm / Verwaltungsgebäude / Seminarraum

Uhrzeit

09.00 - 18.00 Uhr

Gebühr

40- € pro Kurstag

Anmeldung

Sa. 24. 08. 2019

Sa. 28. 09. 2019

Sa. 09. 11. 2019

Flechten- und Mooskunde für Einsteiger

Kunstformen der Natur - Das Werk von Karl Blossfeldt
Sa. 24. 08. 2019, 9.00 - 18.00 Uhr

Natur als Vorbild für künstlerisches Gestalten: Formen, Symmetrie und Strukturen in der Pflanzenwelt.

Vorgestellt wird das fotografische Werk von Karl Blossfeldt (1865 – 1932), der in besonderem Maß die Kunst der zwanziger Jahre und damit den Jugendstil beeinflusste. Seine Fotografien pflanzlicher Details haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Die abgebildeten Pflanzenarten sind wissenschaftlich-botanisch korrekt determiniert, wodurch der große Stellenwert seiner Arbeit vergrößert wird. Anhand von Pflanzenmaterial wird die Sichtweise von Karl Blossfeldt demonstriert.

Auf einer Exkursion soll der Blick für kleinste Details in der Natur geschärft werden und so zu eigenen Beobachtungen ermuntern.


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Wiesen-Storchschnabel - Geranium pratense
Kaukasische Flügelnuß - Pterocarya fraxinifolia
Straußfarn - Matteucia stuthiopteris
Kürbis - Cucurbita pepo

Neobiota - neue Pflanzen und Tiere in Mitteleuropa
Sa. 28. 09. 2019, 9.00 - 18.00 Uhr

Seit der Mensch die Erde bevölkert führt er auf seinen Wanderungen nutzbare Pflanzen und Tiere mit. In der Neuzeit sind dies vermehrt Arten zur Zierde oder exotische Tiere als Hausgenossen. Oft halten sich diese nicht an die ihnen vorgegebenen Grenzen und werden unbeabsichtigt oder gar absichtlich in die freie Natur gebracht. Ganz nebenbei werden dabei auch unbemerkt weitere Organismen mitgeführt. In vielen Fällen bleibt das ohne Folgen. Doch gelegentlich entwickeln sich daraus regelrechte Invasionen. Angestammte Arten können massiv geschädigt werden, bestehende Gleichgewichte werden zerstört. Vermeintlich winzige Organismen haben große Wirkung: Bekannte Beispiele findet man bei den Pilzen (Ulmensterben, Eschensterben), bei Viren (Vogelgrippe), Bakterien (Feuerbrand) und Insekten (Reblaus, Kartoffelkäfer). Auch unter den Blütenpflanzen haben sich in Europa den Menschen gefährdende fremdländische Arten etabliert: Herkulesstaude und Traubenkraut (Ambrosie) können unsere Gesundheit bedrohlich schädigen. Springkraut und Japan-Knöterich entwickeln dominante Reinbestände, sie sind kaum zu bändigen. Eine Gefahr für die heimische Natur?  Was gilt im Verlauf der Erdgeschichte, in denen es immer schon Wanderbewegungen gab als heimisch? Es sind stets nur Momentaufnahmen aus der aktuellen Gegenwart.  Eine Blick in die Vergangenheit  wirft viele Fragen auf. Anhand ausgewählter Arten wird die Biologie, Ausbreitungsdynamik und Wirkungen auf Natur, Mensch und Wirtschaft erörtert. Einzelne Vertreter aus unterschiedlichen Organismengruppen werden wir uns genauer ansehen.


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Tintenfischpilz - Anthurus archeri
Indisches Springkraut - Impatiens glandulifera
Kartoffelkäfer - Leptinotarsa decemlineata
Schmalblättriges Kreuzkraut - Senecio inaequidens
Kartoffel - Solanum tuberosum
Geradzahnmoos - Orthodontium lineare
Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia (w. Bl.)
Traubenkraut - Ambrosia artemisiifolia (m. Bl.)
Flechten- und Mooskunde für Einsteiger
Sa. 09. 11. 2019, 9.00 - 18.00 Uhr

Flechten und Moose sind allgegenwärtig. Es gibt kaum einen Ort, den sie nicht besiedeln könnten. Man trifft sie an Mauern, auf Bäumen oder auf nacktem Fels. Sie bilden keine Blüten und Samen sondern mikroskopisch kleine Sporen, welche millionenfach durch den Wind verbreitet werden. Daher gehören vor allem Moose zu den Organismen, die als erste einen Standort für sich behaupten können.  Die nur auf den ersten Blick unscheinbaren Moose sind im Detail von beachtlicher Vielfalt, ausgefeilte Mikrostrukturen zeugen von ökologischer und verbreitungsbiologischer Anpassungsfähigkeit. Sie sind von faszinierender Schönheit, die sich erst mit Lupe und Mikroskop erschließt.

Flechten sind „Doppelorganismen“, sie bestehen aus Pilz und Alge. Diese Vereinigung ermöglicht ihnen, extreme Lebensräume zu besiedeln. Auf nacktem Fels im Hochgebirge oder selbst in lebensfeindlichen Wüsten. Manche Vertreter erinnern an die Pilznatur, die meisten Arten haben jedoch gänzlich neue Formen entwickelt. Sie nehmen jeden Baum und jede Mauer für sich in Anspruch, sind oft auffällig bunt gefärbt und werden doch meist nicht wahrgenommen. Wir werden auf einer Exkursion den Blick für diese Organismen schärfen und ihre Besonderheiten im Seminarraum mit Mikroskopen untersuchen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, lediglich Neugier auf das Unbekannte.





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Rotfrüchtige Säulenflechte - Cladonia macilenta
Gelbflechte - Xanthoria parietina
Fuchsschwanz-Bäumchenmoos - Thamnobryum alopecurum
Mauer-Drehzahnmoos - Tortula muralis
Rhizoidfliziges Sternmoos - Rhizomnium punctatum
Zierliche Gelbflechte - Rusavskia elegans
Brunnen-Lebermoos - Marchantia polymorpha
Trompeten-Becherflechte - Cladonia fimbriata