Faszination Botanik - Kurse
Dipl. Biologe Wolfgang Decrusch
Faszination Botanik
Impressum
Faszination Botanik - Kurse zum Pflanzenreich

Die Reihe "Faszination Botanik – Kurse zum Pflanzenreich" will Einblicke in interessante Teilgebiete der Botanik bieten. Dabei handelt es sich nicht um Bestimmungskurse oder Veranstaltungen zur Systematik, diese werden in gesonderten Kursreihen behandelt. Hier sind Themen zur Ökologie und Biologie der Pflanzen, Pilze, Schleimpilze und Flechten angesiedelt. Historische, literarische und künstlerische Bezüge sind ebenso Bestandteil wie Fotografie oder Bildbearbeitung.

Bisherige Kursthemen:

  • Goethe und die Metamorphose der Pflanze
  • Das Werk von Karl Blossfeldt - Kunstformen der Natur
  • Blütenbiologie - Bestäubung bei Pflanzen
  • Ausbreitungsbiologie der Pflanzen
  • Fruchtmorphologie
  • Fortpflanzungsbiologie der Moose
  • Biologie der Moose, Flechten und Pilze
  • Biologie der Gymnospermen
  • Botanik mit der digitalen Kamera
  • Neobiota - Gebietsfremde Pflanzen und Tiere
  • Pflanzengallen
  • Wunderwelt der Schleimpilze

Veranstaltungsort

Botanischer Garten Ulm / Verwaltungsgebäude / Seminarraum

Uhrzeit

09.00 - 18.00 Uhr

Gebühr

40- € pro Kurstag

Anmeldung

Sa. 19. 06. 2021

Sa. 28. 08. 2021

Ackerwildkräuter - früher und heute - abgesagt
Sa. 19. 06. 2021, 9.00 - 18.00 Uhr

Ackerwildkräuter zogen immer schon die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Als unerwünschte Unkräuter, als willkommene Heilkräuter oder als bunte Bereicherung der Feldflur. Weniger bekannt ist, dass die Heimat dieser Arten in den meisten Fällen nicht in Mitteleuropa, sondern im persischen Raum und den Mittelmeerländern liegt. Es sind sogenannte Archäophyten, also Pflanzen, welche mit den Wanderzügen des Menschen ihr ursprüngliches Areal vergrößern konnten. Das bedeutet aber auch, dass sie in der Regel nicht ursprünglich heimisch bei uns sind. Und es bedeutet auch, dass sich die Segetalflora (so werden die Ackerwildkräuter wissenschatftlich genannt) ständig in Abhängigkeit der Landnutzung ändert. Eine wichtige Rolle spielen dabei die angebauten Kulturpflanzen, aber auch die Art der Bodenbearbeitung und der Möglichkeiten zur Bekämpfung. Vor einigen Jahrzehnten war die Notwendigkeit, unerwünschte Kräuter (Un-Kräuter) einzudämmen mit viel manueller Arbeit und vielen Arbeitskräften verbunden. Natürlich war den Pflanzen damit nicht viel anzuhaben, so dass die Felder bunt und schön waren. Es war einmal….. Inzwischen kann dies rationell mit großen Maschinen und Petiziden in kurzer Zeit erledigt werden. In der Landwirtschaft spricht man von „effektivem Pflanzenschutz“. Von den Schönheiten ist nicht viel geblieben. Durch neue Nutzungsformen und globalem Handel kommen neue Pflanzen zu uns, so hat sich die floristische Zusammensetzung der Segetalflora in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Der massive Maisanbau fördert indirekt die Lebenschancen für subtropische Gräser, so sind inzwischen verschiedene neue Grasarten bei uns stark verbreitet: Hühnenhirse, mehrere Borsten- und Fingerhirsen sind allgegenwärtig. Viele Arten der neuen Welt können sich durch vermehrte Ausbringung von Blühmischungen neu etablieren: Knopfkräuter aus Südamerika, Traubenkräuter (Ambrosia) – nicht gerade gesundheitsförderlich, Gänsefuß- und Amarantarten aus Nordamerika entwickeln sich oft zu Massenvorkommen. Bestand hat also auch hier nur der Wandel. Wir werden die historischen und aktuellen Aspekte der Ackerbegleitflora näher betrachten, einige Arten genau unter die Lupe nehmen und so mache auch bestimmen. Eine Exkursion zur Erhaltungskultur im Freigelände des Botanischen Gartens mit vielen seltenen Ackerwildkräutern rundet den Kurs ab.


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Consolida regalis
Papaver rhoeas
Fumaria officinalis
Nigella arvensis
Centaurea cyanus
Bupleurum rotundifolium
Scandix pecten-veneris (Fr)
Legousia speculum-veneris
Convolvulus arvensis
Setaria pumila
Ambrosia artemisiifoila
Ambrosia artemisiifolia (Fr)
Neobiota - neue Pflanzen, Tiere und Pilze in Mitteleuropa
Sa. 28. 08. 2021, 9.00 - 18.00 Uhr

Seit der Mensch die Erde bevölkert führt er auf seinen Wanderungen nutzbare Pflanzen und Tiere mit. In der Neuzeit sind dies vermehrt Arten zur Zierde oder exotische Tiere als Hausgenossen. Oft halten sich diese nicht an die ihnen vorgegebenen Grenzen und werden unbeabsichtigt oder gar absichtlich in die freie Natur gebracht. Ganz nebenbei werden dabei auch unbemerkt weitere Organismen mitgeführt. In vielen Fällen bleibt das ohne Folgen. Doch gelegentlich entwickeln sich daraus regelrechte Invasionen. Angestammte Arten können massiv geschädigt werden, bestehende Gleichgewichte werden zerstört. Vermeintlich winzige Organismen haben große Wirkung: Bekannte Beispiele findet man bei den Pilzen (Ulmensterben, Eschensterben), bei Viren (Vogelgrippe), Bakterien (Feuerbrand) und Insekten (Reblaus, Kartoffelkäfer). Auch unter den Blütenpflanzen haben sich in Europa den Menschen gefährdende fremdländische Arten etabliert: Herkulesstaude und Traubenkraut (Ambrosie) können unsere Gesundheit bedrohlich schädigen. Springkraut und Japan-Knöterich entwickeln dominante Reinbestände, sie sind kaum zu bändigen. Eine Gefahr für die heimische Natur?  Was gilt im Verlauf der Erdgeschichte, in denen es immer schon Wanderbewegungen gab als heimisch? Es sind stets nur Momentaufnahmen aus der aktuellen Gegenwart.  Eine Blick in die Vergangenheit  wirft viele Fragen auf. Anhand ausgewählter Arten wird die Biologie, Ausbreitungsdynamik und Wirkungen auf Natur, Mensch und Wirtschaft erörtert. Einzelne Vertreter aus unterschiedlichen Organismengruppen werden wir uns genauer ansehen.

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Anthurus archeri
Anthurus archeri
Cuscuta campestris
Cuscuta campestris
Pfauenauge
Fallopia japonica
Impatiens glandulifera
Leptinotarsa decemlineata