Faszination Botanik - Kurse
Dipl. Biologe Wolfgang Decrusch
Faszination Botanik
Impressum
Faszination Botanik - Kurse zum Pflanzenreich

Die Reihe "Faszination Botanik – Kurse zum Pflanzenreich" will Einblicke in interessante Teilgebiete der Botanik bieten. Dabei handelt es sich nicht um Bestimmungskurse oder Veranstaltungen zur Systematik, diese werden in gesonderten Kursreihen behandelt. Hier sind Themen zur Ökologie und Biologie der Pflanzen angesiedelt. Historische, literarische und künstlerische Bezüge sind ebenso Bestandteil wie Fotografie oder Bildbearbeitung.

Bisherige Kursthemen:

  • Goethe und die Metamorphose der Pflanze
  • Das Werk von Karl Blossfeldt - Kunstformen der Natur
  • Blütenbiologie - Bestäubung bei Pflanzen
  • Ausbreitungsbiologie der Pflanzen
  • Fruchtmorphologie
  • Fortpflanzungsbiologie der Moose
  • Biologie der Moose, Flechten und Pilze
  • Biologie der Gymnospermen
  • Botanik mit der digitalen Kamera
  • Neobiota - Gebietsfremde Pflanzen und Tiere
  • Pflanzengallen

Veranstaltungsort

Botanischer Garten Ulm / Verwaltungsgebäude / Seminarraum

Uhrzeit

09.00 - 18.00 Uhr

Gebühr

40- € pro Kurstag

Anmeldung

Sa. 30. 06. 2018

Sa. 22. 09. 2018

Sa. 27. 10. 2018

Wunderwelt der Schleimpilze

Blütenökologie - die faszinierenden Einrichtungen zur Fremdbestäubung
Sa. 30. 06. 2018, 9.00 - 18.00 Uhr

Wie kein anderes Gebiet der Biologie zeigt die Blütenökologie die innige Verbindung zwischen Tieren und Pflanzen. Ausgehend von einfachen Scheibenblumen, für die meisten Insekten zugänglich und mit reichlichem Angebot an Nektar und Pollen, haben sich im Laufe der Evolution immer differenziertere Anpassungen entwickelt. Bei den entwicklungsgeschichtlich jungen Orchideen findet man so enge Verbindungen, dass sich oft nur noch eine einzige Bestäuberart einfindet. Andere Arten sichern durch geschickte Bewegungen und zeitlich gestaffelte Reife ihrer Blütenorgane die zum langfristigen Erhalt und zur Weiterentwicklung notwendige Fremdbestäubung. Anhand ausgewählter Beispiele wird den Teilnehmern Aufbau und Funktion unterschiedlicher Blütentypen sowie deren geschickt konstruierten Mechanismen in Abhängigkeit von Raum und Zeit zur Herbeiführung der Fremdbestäubung  vermittelt. Nicht wenigen bedeutenden Wissenschaftlern vergangener Zeiten verdanken wir die grundlegenden Beobachtungen und Forschungen zur Klärung der Funktionalität unterschiedlicher Blütentypen und dem Zusammenspiel mit ihren tierischen Bestäubern. An erster Stelle sind hier zu nennen: Carl von Linné (1707 – 1778), Christian Konrad Sprengel (1750 – 1816) und Charles Darwin (1809 – 1882).


zurück zur Übersicht

Aromia moschata auf Angelica sylvestris - Moschusbock auf Engelwurz
Syrphus sp. auf Cichorium intybus - Schwebfliege auf Wegwarte
Pyrrhocoris apterus auf Draba aizoides - Feuerwanze auf Immergrünen Felsenblümchen
Vespa sp. auf Epipactis purpurata - Wespe auf Purpur-Ständelwurz
Eristalis sp. auf Hedera helix - Mistbiene auf Efeu
Macroglossum stellatarum auf Phlox - Taubenschwänzchen auf Phlox

Samen und Früchte - Aufbau und Verbreitungseinrichtungen
Sa. 22. 09. 2018, 9.00 - 18.00 Uhr

Während Blüten Mittel zur Bestäubung sind, liegt bei den Früchten der daraus resultierende Zweck vor. Alles, was die Pflanze in ihrem Leben unternimmt (von der Keimung bis hin zum Tod) dient letztlich der Erzeugung von Samen, also Nachkommen. Wie der Name ausdrückt, sind nur Samenpflanzen in der Lage, Samen zu bilden. Die erdgeschichtlich älteren Sporenpflanzen (Moose, Farne…) bilden Sporen. Samen sind in der Regel mit Nährstoffen ausgerüstet, das ermöglicht auch bei ungünstigen Verhältnissen eine Keimung. Die modernen Blütenpflanzen (Bedecktsamer) bringen ihre Samen in Innern von Fruchtblättern zur Reife, dadurch sind sie vor Witterungseinflüssen und Fressfeinden geschützt. Erst nach der Reife, werden sie entlassen oder als Fruchteinheit verbreitet. Genau hier setzt der wesentliche Inhalt diese Kurses an: welche Möglichkeiten haben Pflanzen zur Verbreitung ihrer Samen entwickelt. Hier ist von Wind-, Wasser-, oder Tierverbreitung die Rede. Auch Selbstverbreitung durch Schleudermechanismen wurde von unterschiedlichen Pflanzengruppen erfunden. Was mit den mannigfaltigen Einrichtungen zur Bestäubung bei der Blüte beginnt, findet in den erstaunlichen, zweckmäßigen Entwicklungen zur Fruchtverbreitung ihren Abschluß.


zurück zur Übersicht

Chondrilla juncea - Großer Knorpellattich
Geranium dissectum - Schlitzblättriger Storchschnabel
Iris pseudacorus - Wasser-Schwertlilie
Lunaria annua - Einjähriges Silberblatt
Lycopersicon esculentum - Tomate
Papaver somniferum - Schlafmohn
Wunderwelt der Schleimpilze
Sa. 27. 10. 2018, 9.00 - 18.00 Uhr

Weder Pflanze noch Tiere und auch keine Pilze, eben Schleimpilze (Myxomyceten). Was ganz eigenes, am ehesten noch zu den zellwandlosen Amöben zu rechnen. Also dann doch eigentlich Tiere. Auf dieser unteren Stufe des Lebens (Einzeller) ist eine klare Abgrenzung der Klassenzughörigkeit oft nicht möglich. Die Schleimpilze haben so ganz eigene Fähigkeiten entwickelt, wie man sie bei anderen Großgruppen nicht kennt, weswegen man sie inzwischen als eigene Organismenklasse führt und nur aufgrund historischer Gegebenheiten und wegen der pilzähnlichen Miniaturgestalt zu den Pilzen zählte. Den meisten Menschen sind Schleimpilze fremd, oder allenfalls aus Filmdokumentationen bekannt. So gibt es auch nur wenige Arten, die wirklich auffällig sind. Der überwiegende Anteil lebt verborgen und bildet nur Millimeter große Fruchtkörper aus. Dabei sind sie von faszinierender Schönheit und wer vom Schleimpilzfieber befallen wurde, kommt davon meist zeitlebens nicht mehr los. Die meiste Zeit leben Schleimpilze unsichtbar als einzellige Organismen in feuchtem Totholz oder Laubstreu. Bei günstiger Gelegenheit signalisieren sie sich untereinander die Bereitschaft zur Fruchtkörperbildung und finden sich zusammen. So entsteht ein vielkerniger, oft pulsierender und auch oft sichtbarer Organismus, der am Ende die charakteristischen „Schleimpilze“ bildet. Nach Sporenreifung trennen sich die Wege der einzelnen Zellen wider und alles verschwindet wieder ins Verborgene. Die Arten lassen sich nur an den Fruchtkörpern identifizieren, diese sind von besonderer Ästhetik und auch im trockenen Zustand haltbar. Bereitgestelltes Material bietet Einblicke in die Vielfalt dieser Organismen. Mit Mikroskopen werden wir uns den zur Identifizierung wichtigen Merkmalen annähern und auf einer Exkursion gehen wir auf die Suche nach ihnen. Dabei ist jedoch größte Vorsicht geboten: mal sind sie da, dann wieder nicht und verlassen kann man sich nicht auf sie.


zurück zur Übersicht

Stemonitis axifera
Physarum leucophaeum
Badhamia utriculosa? - Plasmodium
Didymium melanospermum
Lycogala epidendron - Blutmilchpilz
Physarum nutans
Leocarpus fragilis
Arcyria denudata
Fuligo septica - Gelbe Lohblüte (Plasmodium)
Lycogala epidendron - Blutmilchpilz