Schmetterlingsblütler
Dipl. Biologe Wolfgang Decrusch
Faszination Botanik
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Schmetterlingsblütler - Bestimmungskurs
Sa. 08. Juni 2024 09.00 - 18.00 Uhr


Die Assoziation mit Schmetterlingen beruht nicht darauf, dass vor allem Schmetterlinge als Bestäuber auftreten, sondern begründet sich in der Gestalt der Blüten, in denen bei manchen Arten sicherlich eine Ähnlichkeit mit diesen Insekten zu erkennen ist. In ihrem Blütenaufbau ist diese Gruppe einheitlich gestaltet, sie variieren jedoch beträchtlich in ihrer Blütengröße von wenigen Millimetern bis hin zu vielen Zentimetern. Durch die Kombination in kopfigen und traubigen Blütenständen werden aber auch kleinblütige Arten zu auffälligen Gewächsen. Oft spricht man bei der Gruppe von Leguminosen oder Hülsenfrüchtlern, worunter man sich mehr vorstellen kann als unter Schmetterlingsblütlern. Sie sind als wichtige Eiweißlieferanten für die Ernährung von Mensch und Tier unverzichtbar: Bohnen, Erbsen, Soja und Linsen spielen dabei eine herausragende Rolle. Auch die Erdnuss gehört zu dieser Pflanzenfamilie. Eine besonders wichtige Rolle kommt der Gruppe in Verbindung mit Bakterien in den Wurzeln zu, diese Wurzelknöllchen ermöglichen es, molekularen Stickstoff der Luft für die Pflanze als Nährstoff verfügbar zu machen, dadurch werden Böden ertragsreicher. Man macht sich dies im ökologischen Landbau und der Forstwirtschaft zu Nutze. Dies ermöglicht es den Pflanzen auch, besonders nährstoffarme Standorte wie Sandgebiete oder Schotterflächen zu besiedeln. Dieses Phänomen kann man öfters an neu angelegten Straßenböschungen wahrnehmen, dort stellen Lupinen, Wund- und Hornklee oft den einzigen erwähnenswerten Bewuchs dar, führt aber auch zu kaum lösbaren Problemen im Naturschutz. So manche schöne Art ist erst durch den Menschen zu uns gekommen, Robinie und Lupinen sind zwar als Bienenweide gefragt, verdrängen aber weniger konkurrenzstarke Pflanzen. Goldregen und Glyzinen, Wicken und Ginster werden zudem als Zierpflanzen in Gärten gezogen, dabei ist nicht allen Gartenbesitzern die teilweise starke Giftigkeit der Pflanzen bewusst.
Wir werden in diesem Kurs die Bestimmungswege mehrerer heimischen Arten erarbeiten und hierbei auch auf die bestäubungsbiologischen Besonderheiten einiger Blütenformen eingehen: Explosions- und Schleudermechanismus, Klapp-, Bürsten- und Pumpeinrichtungen lassen die Vielfalt der Möglichkeiten mit denen die Pflanzen ihren bestäubenden Insekten aufwarten erahnen. In jedem Fall wird dies zu unerwarteten Naturerkenntnissen führen.

Bombus hortensis auf Vicia sepium
Lupinus polyphyllus
Medicago lupulina (Wurzelknöllchen)
Pisum sativum ssp. elatius
Trifolium medium
Vicia sylvatica
Cytisus scoparius
Lathyrus latifolius